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Sterben um zu leben.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen Garten bepflanzen. Sie graben um, entfernen die Disteln und Steine, legen ein Beet an. Das Beet bepflanzen Sie mit Setzlingen, Sie streuen Samen aus.

Nun muss das Beet bewässert, gepflegt, von Unkraut frei gehalten werden. Die Schnecken wollen abgewehrt, Raupen und andere Schädlinge fern gehalten werden. Das bedeutet viel Arbeit und Mühe, viel Zeit, die Ihnen für andere Freuden fehlt.

Einen Garten anlegen bedeutet Arbeit. Arbeit, die nicht immer zum Ziel führt. Wenn es zu trocken ist, verdorren die Pflanzen. Wenn es zu nass ist, kommen Schnecken und Schimmel. Einen Garten anlegen bedeutet Mühe.

Auch unser Leben, auch das Reich Gottes gelingen nicht ohne Mühe. Arbeit im Beruf und in der Familie gehören zu einem gelingenden Leben. Zuwendung, Geduld, Liebe sind Vorboten des Reiches Gottes.

Jesus hat für Gottes Liebe und sein kommendes Reich gelebt. Jesus hat sich ganz einer Sache gewidmet: der Verkündigung von Gottes Reich und seiner Liebe. Jesus hat sich hingegeben für andere: hingegeben in die Aufmerksamkeit; hingegeben, indem er ganz nahe und präsent war; hingegeben, indem er für andere da war, zugehört hat, geholfen und geheilt hat.

Jesus hat seinen Glauben an die Liebe Gottes so radikal gelebt, dass er ihn ans Kreuz geführt hat. „Gottes Liebe kann nicht sterben“, hat er geglaubt; diesen Glauben hat er mit seinem Leben und mit seinem Sterben bezeugt.

Aus dem Leben und Sterben Jesu, aus seiner Auferstehung, die seine Nachfolgerinnen und Nachfolger bezeugt haben, ist die Kirche entstanden. Die Kirche, eine Gemeinschaft von Menschen, die an Gottes Liebe und Gnade glauben; die Kirche, eine Gemeinschaft, die Jesu Weg weitergeht und seine Botschaft weiterträgt.

„Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, sonst bleibt es allein. Aber wenn es stirbt, bringt es viel Frucht.“ (Johannes 12,24)

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Gernot Mischitz

P.S.: Lesen Sie meine Predigt zum Sonntag Lätare auf www.theophan.at

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